Architektur

Die Anlage entspricht im Prinzip der des Hauses Esche. Auch hier sind die Räume um eine zentrale Diele mit Lichtschacht angeordnet. Das Raumgefüge ist jedoch wesentlich ausgereifter. Es hat einen außerordentlich disziplinierten Grundriss.

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Zwischen beiden Häusern liegt eine zehnjährige Architektenerfahrung des Künstlers. Die Merkmale einer persönlichen Formensprache, die sich ursprünglich in mehr oder weniger dekorativer Weise zeigten, sind nunmehr ganz ins Architektonische umgesetzt.

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Das betrifft vor allem die Verschmelzung der einzelnen Elemente zu einer unauflösbaren Gesamtform. Die Anordnung der Räume garantiert eine bequeme Benutzbarkeit.

Der Anschluss an die Straße und den Garten ist überzeugend. Zur Küche gibt es vom Eingang her eine direkte Verbindung. Die Einschaltung der Bibliothek zwischen Herren- und Damenzimmer bringt eine Ideallösung für den Fall dass beide Ehepartner mit dem Buch zu leben gewohnt sind. Durch das innige Zusammenspiel der Räume entsteht ein Raumgefüge von überzeugender Einheitlichkeit.

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Das Achteck der Diele pflanzt sich auf die anderen Räume fort. Im Speisezimmer veranlasst es die Abschrägung der übrigen Ecken und die polygonale Ausbuchtung der Nordwand. Da dieser Speisezimmererker von außen gesehen als körperliches Gebilde im Küchenanbau seine Gegenstimme findet, kann das Motiv so ausklingen. Auch die Terrasse schmiegt sich durch das oktogonale Element vor dem Eingang fest an den Hauptkörper an.

Bei den Wohnräumen ist die Verklammerung nicht in dem maß durchgeführt. Da aber die innerarchitektonische Abrundung der Ecken in gleicher Richtung wirkt, sind wir berechtigt, von einer Zellenstruktur des Grundrisses zu sprechen. Sie ist zu verstehen als Bestreben, eine höchstmögliche Selbständigkeit der einzelnen Räume mit einer höchstmöglichen Einheit des Raumgefüges als Ganzem zu verbinden.

Betrachten wir aber vor allem die Diele. Sie ist stärker als bei anderen Bauten, bewusste Kunstform.

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Ihre achteckige Gestalt konnte, da die Treppe einen eigenen Raum erhielt, voll ausgewertet werden. Im Obergeschoss läuft wie im Haus Esche eine Galerie herum.

Doch hat sie die dort vorhandene Eindeutigkeit eingebüßt, das heißt, sie scheint nicht mehr als an die Wände des Raumschachtes angehängt, sondern ist auf eine zunächst nicht fassbare Weise in eine übergeordnete Gesamtform eingeschmolzen.

Die Kragarme, die sie tragen, treten in der Unteransicht nicht zu tage. So gibt es keine Glieder, die sich auf die Galerie selbst beziehen ließen. Sie wirkt nach unten ausschließlich als Deckenteil, als Schale des Raumes, mit dessen Wänden sie in der Holzkehle zusammenfließt. Die Pfeiler, die konstruktiv auf den Kragarmen sitzen, markieren die obere Raumzone. Doch dominiert von oben erlebt, der Umgang selbst durch seine Breite und seine quadratische Gesamtform und bezieht den Zwischenraum auf sich.

So entsteht die Galerie gewissermaßen als Ergebnis der Gestaltung von Räumen und dem Abwägen von Raum- und Körper- Beziehungen. Das ist ein wichtiges Merkmal der späteren Weimarer Jahre.

Im Außenbau überrascht die geschlossene, zum Kubus tendierenden Gestalt.

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Die Fenster sind dort, wo klare Flächen vorliegen, streng gereiht. Zur plastischen Akzentuierung ist an der annährend symmetrischen Südseite das Segmentbogen - Risalith herausgehoben. Die Ausbuchtungen im Erdgeschoss der Nordseite wurden bereits erwähnt. Am stärksten aufgelöst ist die Straßenseite, und zwar durch Staffelung sowohl des Kernkörpers als auch der erdgeschossigen Anbauten.

Da hierdurch eine betonte Asymmetrie erzeugt wird, möchte man annehmen, dass als künstlerische Absicht das Bestreben zugrunde lag, jeglichen Fassadencharakter von vornherein zu vermeiden und das Haus ganz auf sich selbst zu verweisen.

Lediglich der Eingang bleibt durch die vergleichsweise vegetabile Form der Türeinschnitte und der begleitenden Fenster stärker betont. Wegen der Einheit von innerem Raumgefüge und Außenbau, und wegen der straffen Gestaltung aller Teile bei schlichter Zurückhaltung im Ganzen, gehört das Haus Koerner zu den besten Leistungen des Künstlers.